Ich wollte schon immer Krankenschwester werden, es war mein Berufswunsch Nummer eins. Mein Großonkel war Arzt und hat mich früh darauf vorbereitet. Er ließ mich in das interessante Gebiet der Medizin Einblicken und weckte mein Interesse. Hinzu kam meine persönliche Eigenschaft, gern für andere Menschen da zu sein. Das war auch in meiner praktischen Laufbahn so. Ich freute mich immer, wenn ich wusste, dass es den Patienten gut geht und sie baldig genesen.

In Bernburg habe ich den Beruf der Krankenschwester gelernt. Nach der Ausbildung war ich anderthalb Jahre in einer neurologischen Fachklinik tätig, in der hauptsächlich Parkinson Erkrankte therapiert und behandelt wurden. Ich wollte mein Fachwissen jedoch erweitern und noch dazulernen. Ich war jung und es bot sich mir die Möglichkeit, auf einer Intensivstation anzufangen. Dort arbeitete ich 17 Jahre und konnte meine Fachkompetenz enorm erweitern. Im Laufe der Zeit habe ich neue Kollegen eingearbeitet sowie die Fachweiterbildung für den Bereich der Anästhesie- und Intensivmedizin absolviert. Das Spezialgebiet der Anästhesie faszinierte mich, so dass ich ein Jahr dort arbeitete. Mir fehlte allerdings der persönliche Kontakt zum Patienten und somit wechselte ich wieder auf die Intensivstation, in der ich dann im Laufe der Zeit Stationsleiterin wurde.

Ich arbeitete viele Jahre auf einer Intensivstation, hatte immer die Möglichkeit mich Fort- und weiterzubilden. Irgendwann bin ich jedoch an einem Punkt angekommen, an dem ich mir sagte, irgendwas muss noch kommen. Ich schaute mich beruflich aktiv um, informierte mich, welche Möglichkeiten ich mit meinen derzeitigen Qualifikationen habe. Da bin dann zufällig auf die Internetseite vom MDK gestoßen. Bis dahin hatte ich noch keinen Kontakt, aber ich wusste aufgrund der Pflegebegutachtung, dass es ihn gibt.

Die Stellenanzeige des MDKs fand ich sehr interessant und dachte, ich probier’s mal. Ich durchlief ein Assessment. Da wurde unter anderem die Frage gestellt, wer Interesse hätte, im Bereich der Qualitätsprüfung zu arbeiten. Da dachte ich, das wäre doch eigentlich das Richtige. Ich kannte es aus der Klinik, die zertifiziert war. Da gab es ein umfassendes Qualitätsmanagement und als Stationsleiterin musste ich die Audits begleiten. Das hat mir schon immer sehr viel Spaß und Freude bereitet. Also habe ich während des Assessments bei dem Wort Qualitätsprüfung gedacht: „Das ist es!“ Aber ich wusste in dem Moment gar nicht, ob ich überhaupt dafür in Frage komme. Später erhielt ich eine telefonische Mitteilung, dass Interesse besteht und ich die Möglichkeit zum Probearbeiten hätte. Das nutzte ich sofort, um zu sehen, was mich da überhaupt erwartet. Und dann hat man sich glücklicherweise für mich entschieden.

Heute muss ich sagen, es ist das Richtige für mich – in jeder Hinsicht. Ich würde mich wieder so entscheiden. Der Anfang war eine ganz schöne Umstellung. Es war etwas komplett anderes, vor allem der Umgang mit dem PC war ein wichtiger Faktor. Als Pflegefachkraft oder als Stationsleiterin arbeitet man auch mit dem PC. Aber nicht in diesem Umfang wie ich es jetzt tue. Generell waren die Kunst des Schreibens und Formulierens, so ein Punkt, den ich lernen musste, der mir heute aber viel Spaß macht.

Es folgte eine Weiterbildung zur „Zertifizierten Pflegesachverständigen“, um besser in das neue Fachgebiet hineinzublicken. Aber auch der Abschluss als Auditorin nach ISO 9001 ließ nicht lange auf sich warten, denn dieses Wissen benötigte ich für das Arbeiten im Bereich des § 114.

Am meisten Spaß an meiner Arbeit macht mir die Vielfalt und die verschiedenen Menschen, mit denen ich jeden Tag zu tun habe. Es gibt immer wieder etwas Neues und ich weiß nicht, was mich erwartet. Wir wissen nicht, welchen Pflegebedürftigen wir begegnen und welche Gespräche wir führen. Natürlich stößt man auch mal an seine Grenzen. Ich muss sehr konzentriert arbeiten, aber man ist nicht jeden Tag gleich. Meine Teamleitung oder Fachbereichsleitung unterstützen uns in jeder Hinsicht. Man muss natürlich in unserem Bereich berücksichtigen, dass wir den ganzen Tag beruflich verplant und erst am Abend wieder zu Hause sind. Außerdem muss man gern Auto fahren, weil wir ja regional prüfen. Das Schöne ist, ich habe eine geregelte Woche von Montag bis Freitag. Wobei ich mich erst einmal daran gewöhnen musste, jedes Wochenende zur Verfügung zu haben. Ich habe jeden Feiertag frei und habe keine Nachtschichten mehr. Auch bei der Urlaubsplanung gibt es keine Einschränkung, so können wir diesen immer nach unserem Wunsch nehmen. Ich weiß diese geregelten Arbeitszeiten sowie alle Vorteile sehr wohl zu schätzen. Nicht zuletzt ist auch der finanzielle Aspekt beim MDK sehr positiv.

In den stationären Pflegeeinrichtungen erscheinen wir ohne Voranmeldung. Wenn es morgens um acht Uhr in der Einrichtung klingelt, dann ahnen die Mitarbeiter, heute ist Prüfung. Manchmal ist auch eine gewisse Aufregung spürbar. Die Planung, die die Pflegedienstleitung im Kopf hatte, ist erstmal hinüber. Dann müssen die Abläufe erst mal neu organisiert werden, um die Prüfung zu realisieren. Im ambulanten Bereich ist das ein wenig anders. Die Pflegedienste erhalten einen Tag vorher ein Fax und es wird noch mal telefonisch die Information weitergeleitet. Da wissen die Mitarbeiter schon, dass um acht Uhr Besuch kommt.

Dann erfolgt das Eröffnungsgespräch, in dem wir gemeinsam mit den leitenden Mitarbeitern der Einrichtung den Tag besprechen und zusammen die Pflegebedürftigen nominieren. Aus unserer Prüfrichtlinie geht hervor, wieviel Pflegebedürftige in die Prüfung mit einbezogen werden. Dann erfolgt der nächste Schritt: das Einverständnis der Pflegebedürftigen. Sie müssen natürlich damit einverstanden sein, dass die Überprüfung erfolgt. Ist der Pflegebedürftige nicht in der Lage dem zuzustimmen oder abzulehnen, muss man den Kontakt mit dem Betreuer oder mit einem Vorsorgebevollmächtigten aufnehmen. Wenn eine Ablehnung erfolgt, hat keiner Nachteile. Alle Daten, die wir erfassen, alle Gespräche, die wir mit den Pflegebedürftigen führen, alles was wir sehen, bleibt anonym.

Auch die sogenannte Strukturqualität wird geprüft, um zu sehen, wie das Haus strukturell aufgestellt ist. Zum Ende der Prüfung erfolgt ein Abschlussgespräch, bei dem der Tag nochmal ganz kurz zusammengefasst und ein Feedback gegeben wird. Was ich immer wichtig finde, respektvoll, wertschätzend und auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Wir prüfen drei bis vier Tage in der Woche. Die weiteren Tage stehen uns zur Verfügung, um die aufgenommenen Fakten aufzuarbeiten und die Prüfberichte zu erstellen.

 

Wir sind nicht nur prüfend, sondern auch unterstützend und beratend für die Mitarbeiter der Einrichtungen da. Wir schauen, wie sie die Dinge vielleicht anders betrachten können. Im Endeffekt ist diese Qualitätsüberprüfung eine Bestandsaufnahme für die jeweilige Einrichtung. Was Besseres kann gar nicht passieren, um mal einen neutralen Blick zu bekommen. Ich würde mich freuen, wenn die Einrichtungen es positiv sehen. Erkennen, dass es hilft, wenn wir kommen.

Außerdem ist eine stationäre Einrichtung nun mal das Zuhause der Pflegebedürftigen. Jeder von den Bewohnern hat dieses Gefühl: „Das ist jetzt meine Endstation.“ Aber man muss versuchen, zu vermitteln, dass man auch diese „Endstation“ angenehm gestalten kann. Besser noch: den Bewohnern diesen Gedanken der „Endstation“ ganz zunehmen.

Ja, aber immer mit dem Fokus auf den Pflegebedürftigen. Wir beurteilen anhand der Prüfrichtlinie sowie unseres pflegfachlichen Wissens, wie sie versorgt und betreut werden. Die darin aufgeführten Punkte prüfen wir ab und schauen uns parallel die Pflegedokumentation an. Den Prüfbericht, den wir im Anschluss erstellen, ist eine Gesamteinschätzung. Diese wird dann zur jeweiligen Kasse und zur Daten Clearing Stelle (DCS) weitergeleitet. Dort werden die Pflege-Transparenzberichte erstellt und die jeweiligen sogenannten Noten vergeben.

Die Prüfung wird immer von zwei oder drei Qualitätsprüfern durchgeführt. Wir schauen uns gemeinsam die Pflegebedürftigen in einer sogenannten Inaugenscheinnahme an. Hier verschaffen wir uns einen ersten Überblick. Wie wird die Körperpflege durchgeführt? Wie ist der Ernährungsstatus? Wie sind der Hilfebedarf und die Betreuung abgedeckt? Wie erfolgt die Wundversorgung? Risiken, Probleme und daraus resultierende Maßnahmen, die die Pflegekräfte durchführen, müssen in der Pflegedokumentation fixiert sein.

Viele Pflegekräfte denken, sie dokumentieren nur für uns. Dabei hilft ihnen die Dokumentation, ihre internen Abläufe zu regeln und sich abzusichern.

Der Austausch gestaltet sich jedoch unterschiedlich. Es gibt Einrichtungen, die sich freuen, wenn wir erscheinen und froh darüber sind die Prüfung hinter sich zu haben. Es gibt aber auch die Einrichtungen, die eher nicht erfreut sind. Das kann dann zu Konfliktpotenzial führen, sodass man die Situation entschärfen muss. Das kostet dann auch mal etwas mehr Energie.

Im Großen und Ganzen kann ich jedoch von einer kooperativen Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Einrichtungen berichten.

Ein guter Tag ist, wenn ich weiß mein Zeitmanagement ist gut. Ich komme sehr gut voran und kann die Pflegeeinrichtung mit meinen Kollegen pünktlich verlassen. Dafür ist eine kooperative Zusammenarbeit wichtig. Dann können die einzelnen Punkte strukturiert abgearbeitet werden und wir können auch beratende Hinweise geben. Wichtig ist mir auch das Feedback von den Mitarbeitern vor Ort. Außerdem freut es mich, wenn ich gesehen habe, dass die Pflegebedürftigen sehr gut versorgt werden. Für mich ist es ein wichtiger Aspekt, dass ich weiß, es geht ihnen gut. Wie sag ich immer so schön: „Man kann sie ja nicht alle mit nach Hause nehmen.“

Wir stehen mit einem beratenden Ansatz den Mitarbeitern zur Verfügung. Ich stelle mein Fachwissen zur Verfügung, setze vielleicht Anreize für andere Gedankengänge. Damit ermögliche ich es den Pflegekräften, eine gute Pflege durchzuführen. Gehen wir mal beispielsweise davon aus, ein Pflegebedürftiger hat Schluckstörungen. Die Mitarbeiter sehen den Pflegebedürftigen jeden Tag und das seit vielen Jahren. Wenn ich die Mitarbeiter darauf anspreche, sind sie etwas verwundert, da es ihnen gar nicht aufgefallen ist. Ich dagegen bin der neutrale Beobachter, der den Pflegebedürftigen nicht kennt. Ich schätze die Situation als sehr risikobehaftet ein, da die Pflegekräfte aufpassen müssen, dass der Bedürftige die Flüssigkeiten und Speisen nicht einatmet, also aspiriert. Als Anregung sollten die Flüssigkeiten in einer speziellen Konsistenz angeboten, also angedickt werden, damit der Schluckakt erleichtert wird. Das Gleiche gilt für feste Speisen, das Reichen in einer pürierten Form. Oft kommt dann von den Mitarbeitern: „Ja stimmt, sehen sie, so habe ich das noch gar nicht betrachtet.“

Natürlich das pflegfachliche Wissen, das man aus einem Pflegeberuf mitbringt. Dieses sollte auf dem neuesten Stand sein. Auch das Interesse sich immer und stetig fortzubilden muss bestehen. Der Spaß und die Freude des Schreibens und Formulierens muss vorhanden sein. Ein seriöses Auftreten sollte man haben und gut kommunizieren können. Man braucht Einfühlungsvermögen und ein gutes Verständnis für die Pflege - diesen Rundumblick.

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Fachbereich Personal/Recht/Kommunikation
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