Etwa drei Viertel der pflegedürftigen Menschen werden zuhause von Angehörigen versorgt, oft mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes. Ca. 800.000 Menschen werden in stationären Einrichtungen (z. B. Pflegeheimen) gepflegt.

Pflege muss sich an den individuellen Bedürfnissen der pflegedürftigen Menschen orientieren und auf der Basis medizinisch-pflegerischer Standards erfolgen. Um die Einhaltung dieser Standards sicherzustellen, werden ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen jährlich durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) unangekündigt geprüft.

Die Kriterien der Qualitätsprüfung sind in den Qualitätsprüfungs-Richtlinien geregelt. Darin bildet die sogenannte Ergebnisqualität einen besonderen Schwerpunkt. Das heißt, es wird beispielsweise geprüft, ob medizinische Anforderungen erfüllt und Körperpflege und Ernährung ausreichend umgesetzt werden.

Die Ergebnisse dieser Prüfungen werden derzeit noch in Noten abgebildet und im Internet sowie durch Aushang in der Pflegeeinrichtung veröffentlicht. Um die Qualität der Pflege in den Einrichtungen transparenter zu gestalten, soll bis 2019 ein neues System entwickelt werden.

In Deutschland gibt es rund 13.600 vollstationäre und teilstationäre Pflegeheime und rund 13.300 ambulante Pflegedienste. Jedes dieser Heime und jeder ambulante Pflegedienst wird einmal jährlich geprüft (Regelprüfung). Grundlage dieser Prüfungen ist das Sozialgesetzbesetzbuch SGB XI, §§ 114 ff.

Die Gutachterinnen und Gutachter der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) sind Pflegefachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung und Zusatzausbildung im Qualitätsmanagement. Sie verfügen über ein breites und tiefes Fachwissen, das sie beratend weitergeben, und werden speziell für die Durchführung der Qualitätsprüfung geschult.

Zu Qualitätsprüfung kommen zwei bis drei speziell geschulte Pflegefachkräfte des MDK in die Pflegeeinrichtung. Damit sich die Prüferinnen und Prüfer einen Eindruck vom Alltag in der Einrichtung verschaffen können, finden die Prüfungen grundsätzlich unangemeldet statt. Aus organisatorischen Gründen wird die Prüfung der ambulanten Pflegedienste am Vortag angekündigt.

Die Qualitätsprüfungen dauern in der Regel ein bis zwei Tage. Anhand eines umfangreichen Prüfkataloges wird die Einrichtung bewertet. Dazu gehört auch die stichprobenhafte Inaugenscheinnahme und Befragung der gepflegten Personen. Werden Defizite festgestellt, wird nach Möglichkeit bereits während der Prüfung durch Impulsberatungen lösungsorientiert darauf eingegangen.

In der Prüfung wird unterschieden zwischen Ergebnisqualität und Strukturqualität.

Die Ergebnisqualität betrachtet vor allem die medizinische und pflegerische Versorgung, also ob beispielsweise Medikamente richtig verabreicht und Wunden fachgerecht behandelt werden. Dazu gehören aber auch Aspekte wie Ernährung, Flüssigkeitsversorgung und Körperpflege. Zudem werden die Pflegebedürftigen in Stichproben direkt nach ihrer Zufriedenheit befragt.

Die Strukturqualität umfasst eher organisatorische Punkte zum Beispiel zu (Fach-)Personal, Schulungen und sozialen Betreuungsangeboten.

Insgesamt gehören fünf Qualitätsbereiche zur Qualitätsprüfung in stationären Pflegeeinrichtungen:

  1. Pflege und medizinische Versorgung
  2. Umgang mit Demenz
  3. Betreuung und Alltagsgestaltung
  4. Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene
  5. Befragung der Bewohner

Die Qualitätsprüfung ambulanter Pflegeeinrichtungen umfasst vier Qualitätsbereiche:

  1. Pflegerische Leistungen
  2. Ärztliche verordnete pflegerische Leistungen
  3. Dienstleistung und Organisation
  4. Befragung der Pflegebedürftigen

Bei ambulanten Pflegediensten wird seit 2016 zudem geprüft, ob vereinbarte Leistungen erbracht und korrekt abgerechnet wurden.

Kommen die Prüferinnen und Prüfer zu dem Ergebnis, dass ein Heim oder ein Pflegedienst die gesetzlich vorgegebenen Anforderungen an Pflege- und Servicequalität nicht erfüllt, können sie Verbesserungsmaßnahmen vorschlagen. Die Landesverbände der Pflegekassen werden zudem über die Mängel informiert. Sie können dann eine Wiederholungsprüfung veranlassen, in der geprüft wird, ob das Heim oder der Dienst die Maßnahmen innerhalb einer vorgegebenen Frist umgesetzt hat.

Werden Mängel nicht beseitigt, haben die Landesverbände der Pflegekassen verschiedene Möglichkeiten: Sie können die Vergütung kürzen oder die Pflegedienstleitung zu Fortbildungsmaßnahmen verpflichten. In schwerwiegenden Fällen kann eine Pflegeeinrichtung ihre Zulassung verlieren, das heißt der Versorgungsvertrag zwischen dem Landesverband der Pflegekasse und der Einrichtung wird gekündigt. Dies kann die Schließung zur Folge haben.

Das Ergebnis der Qualitätsprüfung sind zwei Berichte:

  1. Der Prüfbericht enthält sämtliche Ergebnisse der Prüfung und ggf. Vorschläge zur Beseitigung von Mängeln. Den Prüfbericht erhalten sowohl die Pflegeeinrichtungen als auch die Landesverbände der Pflegekassen.
  2. Zudem wird der Transparenzbericht erstellt, der sich besonders auf die Versorgungs- und Ergebnisqualität bezieht. Dieser enthält die Pflegenoten. Der Transparenzbericht wird im Internet von den Landesverbänden der Pflegekassen und als Aushang in den Pflegeinrichtungen veröffentlicht.
    Die Systematik, nach der die Prüfergebnisse in den Transparenzbericht einfließen, wird derzeit überarbeitet.

Der Transparenzbericht bzw. die Pflegenoten werden von den Landesverbänden der Pflegekassen online veröffentlicht. Dort kann oft direkt nach bestimmten Einrichtungen gesucht werden:

Die geprüfte Einrichtung muss die Ergebnisse auch an geeigneter Stelle aushängen.

Pflegequalität hat viel mit dem Wohlbehagen der Pflegebedürftigen zu tun, die sich den Pflegenden anvertrauen. Deswegen ist ein persönlicher Eindruck hilfreich, um einschätzen zu können, ob ein Pflegedienst oder eine Pflegeeinrichtung in Frage kommen. Nutzen Sie Tage der Offenen Tür und überlegen Sie sich Fragen, die Sie bei dieser Gelegenheit stellen können. Hören Sie sich auch im Freundes- und Bekanntenkreis um oder fragen Sie bei Ärzten und Beratungsstellen nach, ob jemand eine Einrichtung empfehlen kann.

Klären Sie mit einem potentiell in Frage kommenden Pflegedienst, welche Pflege Sie oder die pflegedürftige Person brauchen. Die Versorgung sollte individuell auf den pflegebedürftigen Menschen zugeschnitten sein. Der Pflegedienst sollte sicherstellen, dass in der Regel die gleichen Pflegekräfte die Pflege übernehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten nicht zu häufig wechseln und gut qualifiziert sein. Die Pflegekassen informieren im Internet, wie die Pflegedienste bei der letzten Qualitätsprüfung des MDK abgeschnitten haben. Diese Pflegenoten geben einen Anhaltspunkt.

Sollten Ihnen Mängel in der Pflege auffallen, versuchen Sie diese zuerst mit dem Pflegedienst oder der Einrichtung zu klären. Wenden Sie sich besonders bei kleineren Auffälligkeiten zuallererst direkt an die Pflegenden. Wird Ihrem Anliegen nicht nachgegangen, beziehen Sie die Pflegedienstleitung mit ein. Sollte sich die Situation nicht verbessern, kontaktieren Sie die Heimaufsicht, Ihre Pflegekasse oder den MDK.

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